Willkommen bei den Pleinfelder Hummeln

Wir stellen uns vor:

Hallo Ihr da draußen! Wir sind die Pleinfelder Hummel. Wir zählen uns zu dem Kreis der Brauchtumsgruppen des Faschings oder zur „Fosernoocht“ - wie wir hierzulande zur Fastnacht sagen.


Unser Schlachtruf: Hummel! Hau! Hi!

 

Hummeltreiben - ein alter Brauch

Welcher eingesessene Pleinfelder kennt nicht aus seiner Kindheit die angsteinflößenden, peitschenknallenden Wesen, vor denen niemand sicher war? Ein alter Brauch ist wieder zum Leben erwacht.

Einige Jahre waren sie in Pleinfeld nicht mehr gesichtet worden, die furchterregenden, hölzernen Masken, gekleidet in ein Gewand aus sackähnlichem Stoff mit bunten Flecken darauf, Hummel und Hörnerbock genannt. Bis heute haben sie ihre geheimnisvolle Faszination nicht verloren und sind auch aus dem aktuellen Pleinfelder Faschingstreiben nicht mehr wegzudenken.

Aber Brauchtum braucht Pflege und so hat der Maskenschnitzer Georg Schleicher, der ursprünglich direkt aus Spalt, einer Hochburg der fränkischen Fastnacht, kommt, mit einer Gruppe von faschingswütigen Pleinfeldern die uralte Tradition durch einen Schnitzkurs wiederbelebt. Diese Schnitzkurse finden aufgrund des großen Interesses seit 1994 fast jährlich statt, so dass das Wissen um den Hummel weit im Ort verbreitet ist.

 

Was muss man sich denn unter Hummel und Hörnerbock vorstellen?

Der Hummel hat der Tradition nach ein schwarzes düsteres Gesicht, gelbe oder rote dicke Brauenbögen, eine sehr kräftig herausgearbeitete Nase mit einem gelben oder roten Bart darunter und zwei, nach unten gezogene Zahnreihen.

Die Maske des Hörnerbocks hat im Gegensatz zur Hummelmaske einen Vollbart, ist gesichtsfarben und trägt Hörner.

Die ursprüngliche Form des Hörnerbockes nannte sich Strohbär oder auch Löll und stand als Symbol für den Winter. Dieser war mit Stroh bedeckt und trug, ähnlich wie der Hörnerbock, eine Maske. Für die Hummel galt es nun, mit lautem Peitschenknall, diesen durch ihre große Anzahl und ihre furchterregenden Gesichter, zu vertreiben. Somit hat dieser Brauch, wie viele andere alemannische und alpenländische Fastnachtsbräuche auch, seinen Ursprung im Winteraustreiben.

Urkundlich erwähnt wird dieser Brauch übrigens erstmalig im Jahr 1793. Der Kirche war damals dieses heidnische Treiben suspekt und so verbot der Bischof von Eichstätt diesen heimischen Brauch.

Brauchtum lässt sich jedoch nicht mit Verboten beenden. Allerdings veränderte sich im Lauf der Jahrhunderte der Zweck dieses Treibens vom Winteraustreiben hin zum fröhlichen Straßenfasching.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist belegt, dass die Hummel erst „schnorrend“ durch die Wirtshäuser und Gaststätten zogen. Dies war so beliebt, dass die Masken und Gewänder gegen Geld untereinander verliehen wurden. Im Anschluss an das Schnorren wurden die Kinder des Ortes, die Hummel und Hörnerbock mit Necksprüchen reizten („Hummel dumm – dei Arsch is´ krumm!“), zum Gaudium aller Anwesenden, von den peitschenknallenden Hummel, durch den Ort getrieben.

Wie man heute noch erzählt, waren die Hummel damals nicht unbedingt zimperlich in der Handhabung ihrer gefürchteten Peitschen. Durch die Verkehrszunahme im Pleinfelder Ortskern und die damit verbundene Gefährdung der Teilnehmer am Hummeltreiben, wurde diesem dann in den 60er Jahren durch ein Verbot des Bürgermeisters Einhalt geboten.

Doch nun ist der Brauch dank der Schnitzkurse von Herrn Schleicher wiederbelebt worden. Dass all dies in Pleinfeld großen Anklang findet, merkt man an der Begeisterung der Schnitzer. So haben sie nicht nur ihre Masken selbst angefertigt, sondern auch das dazu passende Gewand in liebevoller Kleinarbeit hergestellt. Wenn auch die früheren Masken teilweise noch aus schwerem Fichtenholz geschnitzt waren, so wird heute gut getrocknetes Pappel- oder Lindenholz verwendet. Dieses ist um einiges leichter, grobfasriger und bruchsicherer als das damals verwendete Material. Das ist natürlich nicht der einzige Grund, warum die Masken so gerne getragen werden. Durch die eigene Fertigung bringt jeder, wenn sich die Masken auch sehr ähneln, seine persönliche Note mit ein und identifiziert sich, wenn auch nur zu einem „geringen Teil“, damit.

Der Name Hummel hat übrigens mit dem gleichnamigen friedfertigen Insekt nichts zu tun. Vielmehr lässt er sich ableiten von der fränkischen Dialektbezeichnung eines stürmischen Stiers oder Jungbullen: Hummel. Das erklärt auch manchmal das wilde Verhalten der Maskenträger.

Jedenfalls sind die Pleinfelder Hummel nun nicht mehr zu bremsen, die Maskenschnitzer, die in jeder ihrer Masken mehr als nur handwerkliches Können investiert haben, stürzen sich ins Faschingsgetümmel. Mittlerweile treiben die Hummel überall auf den verschiedensten Veranstaltungen und Umzügen landauf – landab ihr Unwesen.

Die Begeisterung und der Zulauf, den das Wiederbeleben dieses Brauches mit sich brachte, führte dazu, dass im Jahr 2003 der Pleinfelder Hummel e.V. gegründet wurde. Die Anzahl der Mitglieder wächst von Jahr zu Jahr und so verzeichnet der Verein heute mehr als 140 Maskenträger aller Altersgruppen.

 
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